Auch bezeichnet als: Rückenkraul, Backstroke
Rückenschwimmen bezeichnet das Schwimmen in Rückenlage. Beim Rückenkraul wechseln sich die Arme ab, während die Beine auf und ab schlagen. Eine andere Variante ist Rückenschwimmen ohne Armtätigkeit mit einem Grätschschwung der Beine. Die folgende Anleitung beschreibt Rückenkraul.
Referenzbeispiel: Rückenschwimmen in der Freizeit. Compendium 2024, Code 18255: 4,8 MET.
Das Rechenbeispiel bezieht sich nur auf die beschriebene Ausführung. Es ist kein Durchschnitt für alle Varianten oder für eine gesamte Einheit einschließlich Pausen.
Schätzung einschließlich Ruheenergie, gerundet auf 10 kcal. Berechnung: MET × Körpergewicht. Die Quelle beschreibt Erwachsene von 19 bis 59 Jahren; die Zahl ist keine individuelle Messung. Eine aktive Stunde dient nur als Recheneinheit, nicht als Trainingsvorgabe.
Was sie bringen kann
Rückenkraul verbindet die Arbeit der Arme und Beine mit der Kontrolle der Körperlage. Für bereits sicher Schwimmende bietet es eine weitere Schwimmtechnik neben Brust- oder Kraulschwimmen. Der Blick ist nach oben gerichtet; zum Atmen muss der Kopf nicht seitlich gedreht werden. Eine entspannte Kopfhaltung und gleichmäßige Bewegung gehören trotzdem dazu.
Für wen sie infrage kommt
Für Erwachsene, die sicher schwimmen und eine weitere Technik lernen oder verbessern möchten. Sicheres Schwimmen in Bauchlage bedeutet noch nicht, dass auch die Rückenlage und das Anhalten darin gelingen. Wenn dir das ungewohnt ist, lass dich von einer Schwimmlehrkraft anleiten. Diese Beschreibung ersetzt keinen Schwimmkurs.
Wann lieber nicht oder erst nach Abklärung
In Rückenlage siehst du die Schwimmrichtung nur eingeschränkt. Kläre vor dem Start den Verlauf der Bahn und halte Abstand zu anderen Schwimmenden. Lass dir bei Bedarf zeigen, wie du kontrolliert anhältst und dich umsiehst. Verlasse dich auf dem Weg zur Wand nicht auf eine pauschale Anzahl von Armzügen. Bei Schulterbeschwerden oder Schmerzen während der Bewegung unterbrichst du das Training; die passende Technik lässt sich individuell abklären.
So gelingt der Einstieg
Wenn du die Rückenlage und das sichere Anhalten beherrschst, übe auf einem kurzen, freien Abschnitt zunächst mit den Armen neben dem Körper und lockerem Wechselbeinschlag. Achte dabei nur auf den ruhigen Kopf. Unterbrich anschließend, orientiere dich neu und ergänze bei einem weiteren Versuch die Armbewegung. Strecke und Pausen müssen zu deinem Können passen. Bei unsicherer Wasserlage erfolgt der Einstieg unter Anleitung.
Varianten und Unterformen
Rückenkraul verwendet Wechselarmzüge und einen Wechselbeinschlag. Rückenschwimmen ohne Arme mit Grätschschwung nutzt dagegen einen brustschwimmähnlichen Beinschlag. Diese Variante kommt auch in der Rettungsschwimmausbildung vor. Beide Formen sollten beim Lernen und bei Technikbeschreibungen unterschieden werden.
Ausrüstung und Umgebung
Ein beaufsichtigtes Schwimmbad mit übersichtlicher, ausreichend freier Bahn eignet sich für den Einstieg. Beachte die dortigen Schwimm- und Bahnregeln. Eine Schwimmbrille ist optional.
Körperlage und Kopf
Liege möglichst lang und nahe an der Wasseroberfläche. Die Ohren dürfen im Wasser liegen, der Blick geht nach oben. Halte den Kopf ruhig und den Nacken entspannt. Schultern und Hüfte drehen sich beim Schwimmen leicht mit der Armbewegung; der Kopf folgt dieser Drehung nicht.
Ein Armzyklus
Ein Zyklus reicht vom Eintauchen einer Hand bis zum nächsten Eintauchen derselben Hand. Während ein Arm unter Wasser arbeitet, wird der andere über Wasser nach vorn geführt. Die Hand taucht ungefähr in Verlängerung der Schulter mit dem kleinen Finger zuerst ein. Unter Wasser beugt sich der Ellenbogen, Hand und Unterarm drücken Wasser in Richtung der Füße. Der Zug endet neben der Hüfte. Anschließend kommt der Arm wieder aus dem Wasser und wird zurückgeführt. Die Seiten wechseln sich fortlaufend ab.
Beine und Atmung
Bewege die Beine abwechselnd auf und ab. Der Impuls kommt aus der Hüfte, die Knie bleiben beweglich und die Fußgelenke locker. Große, fahrradähnliche Kniebewegungen sind nicht das Ziel. Atme regelmäßig weiter, ohne die Luft anzuhalten. Finde zunächst einen ruhigen Ablauf, bevor du das Tempo erhöhst.
Zwei häufige Schwierigkeiten
Der Nacken wird angespannt: Vielleicht hältst du den Kopf stark aus dem Wasser. Lass die Ohren wieder ins Wasser sinken und richte den Blick nach oben. Erzwinge keine Haltung; bei Beschwerden beendest du den Versuch.
Die Knie kommen weit aus dem Wasser: Verkleinere den Beinschlag und beginne die Bewegung aus der Hüfte. Die Beine bleiben lang, aber nicht steif durchgedrückt. Eine Schwimmlehrkraft kann von außen erkennen, was du selbst nicht siehst.
Quellen zu Rückenkraul und weiteren Rückenlagen:
- Swim England: Rückenlage, Beinschlag und erste Übungen (englisch)
- Swim England: Armtechnik beim Rückenkraul (englisch)
- Swim England: Körperlage, Rotation, Beine und Atmung (englisch)
- DLRG: Rettungsspezifische Schwimmtechniken – Rückenschwimmen ohne Armtätigkeit, Seite 56 (PDF)
Quellenbasis: Die Aktivitätseinordnung orientiert sich an den WHO-Bewegungsempfehlungen und den Nationalen Empfehlungen für Bewegung. Die konkreten Quellen für Kalorienbeispiele stehen direkt bei der Berechnung. Fehlende passende Daten werden offengelegt; die Texte sind redaktionelle Einordnungen und keine Wirksamkeitsnachweise für jede einzelne Sportart.
- 2024 Compendium of Physical Activities
- WHO: Guidelines on physical activity and sedentary behaviour
- BMG: Nationale Empfehlungen für Bewegung
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Redaktioneller Stand: 19.10.2026