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Vitale Säulen

Wissen für den Alltag

Krankheiten im Überblick

Was bedeutet eine Diagnose, warum entsteht eine Krankheit und wie wird sie behandelt? Hier findest du 20 ausgewählte Krankheitsprofile mit Schwerpunkt auf Erwachsenen und verständlichen Informationen zu Ursachen, Beschwerden, Verlauf, Behandlung und Vorbeugung. Dies ist eine Auswahl, kein vollständiges Verzeichnis. Sie ist kein Symptomcheck und ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Wann medizinische Hilfe nötig ist

Sofort 112: Bei schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit oder plötzlich auftretenden Lähmungen oder Sprachstörungen den Rettungsdienst rufen. Das gilt bei möglichen Schlaganfallzeichen auch dann, wenn sie wieder verschwinden. Nicht erst im Lexikon weitersuchen.

Dringend, aber nicht lebensbedrohlich: Wenn die Praxis geschlossen ist und die Behandlung nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ohne akute Warnzeichen einen Praxistermin vereinbaren.

Diese Beispiele sind keine vollständige Liste möglicher Notfälle. Ähnliche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Ein passendes oder fehlendes Profil bestätigt oder widerlegt keine Diagnose.

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Krankheiten nachschlagen

Die Profile sind alphabetisch sortiert. Öffne ein Profil für Informationen zu Ursachen, Beschwerden, Diagnose und Behandlung. Die Gruppen erleichtern das Nachschlagen; sie erlauben keine Diagnose anhand einzelner Symptome.

20 Profile

Bewegungsapparat

Arthrose

Arthrose verändert ein Gelenk und kann Schmerzen oder Steifigkeit verursachen. Angepasste Bewegung gehört zur Behandlung, auch wenn das Gelenk bereits geschädigt ist.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Ein plötzlich stark schmerzendes, heißes oder geschwollenes Gelenk sofort ärztlich abklären lassen, besonders bei Fieber oder Krankheitsgefühl. Auch eine Infektion kann dahinterstecken. Neue Beschwerden nicht automatisch einer bekannten Arthrose zuschreiben.

Was ist das?

Die schützende Knorpelschicht wird dünner; auch andere Gelenkstrukturen verändern sich. Häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Finger und Wirbelgelenke. Arthrose ist mehr als mechanische Abnutzung und unterscheidet sich von der Autoimmunerkrankung rheumatoide Arthritis.

Warum entsteht die Krankheit?

Alter, Veranlagung, frühere Gelenkverletzungen und Fehlstellungen können zusammenwirken. Starkes Übergewicht erhöht besonders an Knie und Hüfte das Risiko. Übliche Bewegung bedeutet dagegen nicht automatisch zusätzlichen Gelenkverschleiß.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, ein steifer Beginn nach Ruhe und eingeschränkte Beweglichkeit. Später können Ruhebeschwerden hinzukommen. Gelenkveränderungen verursachen jedoch nicht bei allen Menschen Schmerzen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Entscheidend sind Beschwerden und die Untersuchung des Gelenks. Bei Bedarf helfen Röntgenbilder oder weitere Untersuchungen. Ein auffälliges Röntgenbild allein erklärt weder die Stärke der Schmerzen noch, welche Behandlung nötig ist.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Arthrose besteht langfristig. Beschwerden können über Jahre schwanken, stabil bleiben oder zunehmen. Eine feste Dauer gibt es nicht. Die Erkrankung ist bisher nicht heilbar, ihre Folgen lassen sich aber häufig deutlich lindern.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Arthrose ist mit zunehmendem Alter häufig. Jüngere Menschen können beispielsweise nach einer Gelenkverletzung ebenfalls betroffen sein.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Regelmäßige, passend dosierte Bewegung und Muskeltraining helfen, die Gelenkfunktion zu erhalten. Physiotherapie kann den Einstieg erleichtern. Bei starkem Übergewicht kann Gewichtsabnahme entlasten. Schmerzmittel und Hilfsmittel werden individuell ausgewählt. Bleiben starke Einschränkungen trotz Behandlung, kommt bei manchen Gelenken ein Gelenkersatz infrage.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Gelenkverletzungen möglichst vermeiden, die Muskulatur trainieren und Belastungen schrittweise steigern. Dauerhafte Schonung schwächt die Muskulatur. Nicht alle Risikofaktoren sind beeinflussbar.

Quellen und weiterführende Informationen

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Atemwege

Asthma

Asthma verengt die Atemwege zeitweise und kann Atemnot auslösen. Mit passender Behandlung ist häufig ein weitgehend beschwerdefreier Alltag möglich.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei schwerer Atemnot sofort 112 rufen, besonders wenn Sprechen kaum möglich ist oder Benommenheit auftritt. Während Hilfe unterwegs ist, den vereinbarten Notfallplan befolgen. Zunehmende Beschwerden oder häufigerer Bedarf an Bedarfsmedikation gehören zeitnah ärztlich überprüft.

Was ist das?

Die Bronchien sind chronisch entzündungsbereit und reagieren besonders empfindlich. Schleimhautschwellung, zäher Schleim und verkrampfte Bronchialmuskeln erschweren den Luftstrom, vor allem beim Ausatmen. Asthma kann in jedem Lebensalter beginnen.

Warum entsteht die Krankheit?

Eine familiäre Veranlagung und Allergien können eine Rolle spielen. Mögliche Auslöser von Beschwerden sind Pollen, Hausstaubmilben, Infekte, Rauch oder kalte Luft. Auch Belastung und bestimmte Schmerzmittel können bei empfindlichen Menschen Anfälle auslösen.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind wechselnde Atemnot, pfeifende Atmung, Brustenge und Husten, häufig nachts oder bei Anstrengung. Nicht jeder Husten ist Asthma. Umgekehrt können zwischen den Episoden kaum Beschwerden bestehen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur Abklärung gehören Krankheitsgeschichte, körperliche Untersuchung und Lungenfunktion, insbesondere Spirometrie. Je nach Befund werden die Reaktion auf ein bronchienerweiterndes Medikament und mögliche Allergien geprüft. Ein einzelner unauffälliger Messwert schließt Asthma nicht sicher aus.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Asthma verläuft meist langfristig, muss aber nicht immer schwerer werden. Beschwerdearme und stärkere Phasen können wechseln. Regelmäßige Kontrollen helfen, die Behandlung an die aktuelle Krankheitskontrolle anzupassen.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Asthma ist eine häufige chronische Atemwegserkrankung bei Kindern und Erwachsenen. Der Beginn liegt oft bereits im Kindes- oder Jugendalter.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Wichtige Bausteine sind entzündungshemmende Inhalationsmedikamente, bei Bedarf bronchienerweiternde Mittel und ein persönlicher Asthma-Aktionsplan. Die passende Kombination legt die behandelnde Praxis fest. Die Inhalationstechnik sollte regelmäßig überprüft werden. Angepasste Bewegung und erlernte Atemtechniken können die Behandlung unterstützen; Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Rauch meiden und bekannte persönliche Auslöser möglichst reduzieren. Bewegung muss nicht grundsätzlich vermieden werden: Bei Beschwerden während des Sports zunächst die Asthmakontrolle und den Behandlungsplan prüfen lassen.

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Unterleib und Harnwege

Blasenentzündung bei Erwachsenen

Meist entzünden Bakterien die Blasenschleimhaut. Ob Abwarten vertretbar ist oder rasch behandelt werden muss, hängt von Beschwerden und persönlichen Risiken ab.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Fieber, Flankenschmerzen oder Erbrechen können auf eine Nierenbeteiligung hindeuten: noch am selben Tag ärztlich abklären. Auch bei Schwangerschaft, bei Männern, Immunschwäche, Nierenerkrankung oder Katheter Beschwerden früh ärztlich beurteilen lassen. Sichtbares Blut im Urin gehört untersucht. Bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung oder Kreislaufzusammenbruch 112.

Was ist das?

Eine Blasenentzündung betrifft den unteren Harntrakt. „Harnwegsinfektion“ ist der weitere Begriff und umfasst auch Infektionen der Nieren. Die hier beschriebene Beratung richtet sich an Erwachsene.

Warum entsteht die Krankheit?

Meist steigen Darmbakterien über die Harnröhre auf. Die kürzere weibliche Harnröhre begünstigt das. Geschlechtsverkehr, Katheter, Veränderungen der Harnwege und bestimmte Vorerkrankungen können das Risiko erhöhen.

Welche Beschwerden sind möglich?

Häufiger, dringender Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Unterbauchschmerzen sind typische Beschwerden. Uringeruch oder trüber Urin allein beweisen keine Infektion. Ähnliche Beschwerden können andere Ursachen haben.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Praxis fragt nach Beschwerden und Risikofaktoren. Je nach Situation wird Urin untersucht, bei wiederkehrenden oder komplizierten Infektionen gegebenenfalls einschließlich Urinkultur. Nicht jeder Nachweis von Bakterien ohne Beschwerden erfordert eine Behandlung.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Unkomplizierte Infektionen bessern sich meist innerhalb weniger Tage. Eine feste Dauer lässt sich nicht versprechen. Bei Verschlechterung oder fehlender Besserung innerhalb von 48 Stunden erneut ärztlich melden. Wiederholte Episoden sollten gemeinsam untersucht werden.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Etwa zehn von hundert Frauen bekommen mindestens einmal pro Jahr eine Blasenentzündung. Männer sind seltener betroffen. Wiederholungen kommen häufig vor, besonders nach einer früheren Infektion und nach den Wechseljahren.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Antibiotika können den Verlauf verkürzen. Bei milden unkomplizierten Beschwerden kommt nach ärztlicher Abwägung auch zunächst eine Behandlung der Schmerzen infrage. Verordnete Medikamente wie besprochen einnehmen. Wärme kann als angenehm empfunden werden, ist aber kein belegter Ersatz für nötige Behandlung. Cranberry-Produkte behandeln keine bestehende Infektion zuverlässig.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Bei wiederkehrenden Infektionen mögliche Auslöser und Verhütungsmittel besprechen. Intimsprays sind nicht nötig. Für viele verbreitete Haushaltstipps fehlen sichere Wirksamkeitsnachweise. Ob eine gezielte vorbeugende Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach Häufigkeit, Risiken und Lebenssituation.

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Herz und Kreislauf

Bluthochdruck

Dauerhaft erhöhter Blutdruck bleibt oft unbemerkt. Eine Behandlung soll vor allem Herz, Gefäße, Gehirn und Nieren schützen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei Brustschmerzen, starker Atemnot, plötzlichen Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen sofort 112 wählen. Wiederholt sehr hohe Werte ohne solche Beschwerden noch am selben Tag ärztlich abklären lassen. In der Schwangerschaft erfordert ein deutlicher Blutdruckanstieg sofort ärztliche Hilfe.

Was ist das?

Blutdruck entsteht, wenn das Herz Blut in die Gefäße pumpt. Er schwankt im Alltag. Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Werte dauerhaft zu hoch sind, nicht nach einer einzelnen erhöhten Messung.

Warum entsteht die Krankheit?

Meist wirken mehrere Faktoren zusammen: familiäre Veranlagung, höheres Alter, wenig Bewegung, viel Salz, Alkohol oder Übergewicht. Auch schlanke, sportliche Menschen können betroffen sein. Seltener stecken etwa Nieren- oder Hormonerkrankungen dahinter; manche Medikamente erhöhen ebenfalls den Blutdruck.

Welche Beschwerden sind möglich?

Viele Betroffene fühlen sich gesund. Kopfschmerzen oder Schwindel beweisen keinen Bluthochdruck, und fehlende Beschwerden schließen ihn nicht aus. Entscheidend sind verlässliche Messungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Praxis bestätigt auffällige Werte durch wiederholte Messungen, möglichst mit einer 24-Stunden-Messung. Für Messungen zu Hause gelten andere Grenzwerte als in der Praxis. Weitere Untersuchungen prüfen mögliche Ursachen und bereits betroffene Organe.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Bluthochdruck bleibt häufig langfristig behandlungsbedürftig. Gute Werte unter Medikamenten bedeuten deshalb nicht automatisch, dass die Erkrankung verschwunden ist. Eine anhaltende Senkung kann das Risiko für Folgeschäden vermindern.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Bluthochdruck gehört zu den häufigen chronischen Erkrankungen. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Betroffenen deutlich.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Regelmäßige Bewegung, weniger Salz und Alkohol sowie bei Bedarf eine unterstützte Gewichtsabnahme können helfen. Oft sind zusätzlich Medikamente nötig. Zu Hause nach Anleitung und nach einigen Minuten Ruhe messen, die Werte notieren und zum Termin mitbringen. Medikamente nicht eigenständig absetzen oder höher dosieren.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Bewegung und eine ausgewogene, nicht zu salzreiche Ernährung unterstützen die Vorbeugung. Kontrollmessungen sind auch ohne Beschwerden sinnvoll. Wie oft sie nötig sind und welche Zielwerte passen, hängt von Alter, Begleiterkrankungen und Behandlung ab.

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Atemwege

COPD

Bei COPD bleiben die Atemwege verengt und die Lunge ist dauerhaft geschädigt. Frühe Behandlung und Rauchstopp können den weiteren Verlauf günstig beeinflussen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei plötzlich schwerer Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder starken Brustschmerzen sofort 112. Auch eine deutlich zunehmende Atemnot oder vermehrter Auswurf sollte rasch ärztlich abgeklärt werden. Einen vermuteten Infekt nicht einfach abwarten, wenn sich die Atmung verschlechtert.

Was ist das?

COPD steht für chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Entzündete Bronchien erschweren die Atmung; zusätzlich können Lungenbläschen geschädigt sein. Die Erkrankung entwickelt sich meist über Jahre. COPD und Asthma sind unterschiedliche Erkrankungen, können aber gemeinsam vorkommen.

Warum entsteht die Krankheit?

Tabakrauch ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor. Auch langjährige Belastung durch bestimmte Stäube oder Gase am Arbeitsplatz kann beitragen. Seltener spielt eine erbliche Veranlagung, etwa ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, eine Rolle. Auch Menschen, die nie geraucht haben, können erkranken.

Welche Beschwerden sind möglich?

Häufig sind anhaltender Husten, Auswurf und zunehmende Luftnot, zunächst bei Anstrengung, später eventuell in Ruhe. Plötzliche deutliche Verschlechterungen heißen Exazerbationen. Sie können etwa durch Atemwegsinfekte ausgelöst werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Praxis fragt nach Beschwerden, Rauchverhalten und beruflichen Belastungen. Entscheidend ist die Lungenfunktionsprüfung. Weitere Untersuchungen klären je nach Befund den Schweregrad und andere mögliche Ursachen der Atemnot, etwa eine Herzschwäche.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Bestehende Lungenschäden lassen sich nicht vollständig rückgängig machen. Wie schnell Beschwerden zunehmen, ist unterschiedlich. Ziel der Behandlung ist, Verschlechterungen zu vermeiden, Belastbarkeit zu erhalten und das Fortschreiten zu bremsen.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

COPD ist vor allem im mittleren und höheren Erwachsenenalter verbreitet. Sie wird anfangs häufig übersehen, weil Betroffene den Husten oder die geringere Belastbarkeit lange hinnehmen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Rauchstopp, individuell angepasste Bewegung, Lungensport und Rehabilitation sind zentrale Maßnahmen. Bronchienerweiternde Inhalationsmedikamente können das Atmen erleichtern; weitere Arzneimittel kommen abhängig vom Verlauf hinzu. Die richtige Anwendung des Inhalators und ein schriftlicher Plan für Verschlechterungen helfen im Alltag.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Nicht rauchen, Rauchstopp unterstützen lassen und beruflichen Atemschutz beachten. Den Impfstatus mit der Praxis prüfen: Impfungen gegen bestimmte Atemwegsinfektionen können das Risiko zusätzlicher Erkrankungen senken. Welche empfohlen sind, hängt unter anderem von Alter und Vorerkrankungen ab.

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Nerven und Psyche

Depression

Eine Depression verändert Stimmung, Antrieb und oft auch Schlaf und Konzentration. Sie ist eine behandelbare Erkrankung und kein persönliches Versagen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei akuter Selbstgefährdung sofort 112 rufen; die betroffene Person bis zum Eintreffen der Hilfe nicht allein lassen. Bei Suizidgedanken rasch professionelle Hilfe suchen. Für dringende, nicht lebensbedrohliche Beschwerden und die Suche nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde ist 116117 eine Anlaufstelle.

Was ist das?

Anhaltende Niedergeschlagenheit, innere Leere oder der Verlust von Freude können Alltag und Beziehungen stark belasten. Eine Depression lässt sich nicht durch die Aufforderung überwinden, sich zusammenzureißen.

Warum entsteht die Krankheit?

Biologische, psychische und soziale Faktoren wirken zusammen. Veranlagung, belastende Erfahrungen, körperliche Erkrankungen oder anhaltende Überforderung können beteiligt sein. Eine Depression kann auch ohne erkennbaren äußeren Anlass auftreten.

Welche Beschwerden sind möglich?

Häufig sind Interessenverlust, Erschöpfung und verminderter Antrieb. Hinzukommen können Schlafprobleme, Grübeln, Schuldgefühle, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitveränderungen oder innere Unruhe. Auch Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, müssen ernst genommen werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

In einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Untersuchung werden Beschwerden, Dauer, Belastung und mögliche andere Ursachen besprochen. Für eine depressive Episode sind anhaltende Symptome über mindestens zwei Wochen typisch. Bei einer Krise muss niemand diesen Zeitraum abwarten.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Episoden können Wochen bis Monate dauern; Beschwerden können auch länger anhalten oder wiederkehren. Der Verlauf ist individuell. Eine Behandlung kann Beschwerden lindern und Rückfällen vorbeugen, braucht aber oft Zeit und regelmäßige Anpassung.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie können Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen betreffen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Eine Hausarztpraxis oder psychotherapeutische Sprechstunde ist ein erster Zugang. Je nach Schwere kommen Psychotherapie, Medikamente oder beides infrage. Angehörige können zuhören, bei Terminen helfen und entlasten. Kleine machbare Aktivitäten können die Behandlung begleiten, ersetzen sie aber nicht.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Belastungen früh anzusprechen und Unterstützung anzunehmen kann helfen. Nach einer Episode sind ein persönlicher Plan für erste Warnzeichen und die vereinbarte Weiterbehandlung wichtig. Ein Rückfall bedeutet nicht, dass jemand zu wenig getan hat.

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Stoffwechsel und Hormone

Diabetes Typ 2

Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzucker dauerhaft an. Die Behandlung richtet sich auch danach, Herz, Nieren, Augen und Nerven zu schützen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit sofort 112 wählen; Bewusstlosen nichts zu essen oder zu trinken geben. Unter Insulin oder bestimmten Tabletten können Zittern, Schwitzen und Herzklopfen auf Unterzuckerung hinweisen: nach dem vereinbarten Notfallplan handeln. Neue Fußwunden zeitnah untersuchen lassen.

Was ist das?

Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin, das die Aufnahme von Zucker aus dem Blut unterstützt. Mit der Zeit kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin bereitstellen. Die ältere Bezeichnung Altersdiabetes ist ungenau: Auch jüngere Menschen können erkranken.

Warum entsteht die Krankheit?

Erbliche Veranlagung, Alter und verschiedene Lebensbedingungen wirken zusammen. Wenig Bewegung, starkes Übergewicht, Rauchen und bestimmte Medikamente können das Risiko erhöhen. Die Erkrankung lässt sich nicht allein darauf zurückführen, wie viel Süßes jemand isst.

Welche Beschwerden sind möglich?

Oft bestehen jahrelang keine auffälligen Beschwerden. Starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme können Hinweise sein. Diese Beschwerden haben auch andere Ursachen und reichen allein nicht für eine Diagnose.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt anhand von Laborwerten, beispielsweise Nüchternblutzucker und HbA1c. Der HbA1c beschreibt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate. Auffällige Ergebnisse müssen im medizinischen Zusammenhang bewertet und meist durch weitere Messungen bestätigt werden.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Typ-2-Diabetes ist eine chronische Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Verläufen. Dauerhaft erhöhte Werte können Gefäße und Nerven schädigen. Die Behandlung kann angepasst werden müssen; regelmäßige Kontrollen bleiben auch bei guten Werten wichtig.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Typ 2 ist die mit Abstand häufigste Diabetesform. Die Erkrankung tritt besonders oft im höheren Erwachsenenalter auf, ist aber nicht darauf beschränkt.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Bewegung, eine passende Ernährung und gegebenenfalls eine unterstützte Gewichtsabnahme bilden wichtige Grundlagen. Manche Menschen benötigen zusätzlich Medikamente oder Insulin. Schulungen helfen bei Mahlzeiten, Messungen und Medikamenten. Zu einer umfassenden Betreuung gehören auch Kontrollen von Blutdruck, Nieren, Augen und Füßen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Bei erhöhtem Risiko können mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung die Erkrankung verzögern. Das ist keine Garantie, Diabetes vollständig zu verhindern. Unterstützung und alltagstaugliche Ziele sind sinnvoller als Schuldzuweisungen oder starre Verbote.

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Unterleib und Harnwege

Endometriose

Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter. Das kann Schmerzen verursachen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Starke oder zunehmend alltagsbegrenzende Regelschmerzen gynäkologisch abklären. Plötzliche heftige Unterbauchschmerzen, besonders bei möglicher Schwangerschaft, benötigen umgehend Hilfe. Bei Ohnmacht, Atemnot oder sehr starker Blutung 112 wählen. Solche Beschwerden nicht automatisch einer bekannten Endometriose zuschreiben.

Was ist das?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Gewebeherde etwa im Becken können Entzündungen, Verwachsungen und Zysten auslösen. Die Stärke der Beschwerden lässt sich nicht allein an der Größe der Herde ablesen.

Warum entsteht die Krankheit?

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Hormone, familiäre Veranlagung und Vorgänge des Immunsystems wirken vermutlich zusammen. Starke Schmerzen sind kein persönliches Versagen und sollten ernst genommen werden.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind starke Regelschmerzen; Schmerzen können aber auch außerhalb der Blutung, beim Sex, Stuhlgang oder Wasserlassen auftreten. Erschöpfung und ein unerfüllter Kinderwunsch sind weitere mögliche Belastungen. Andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden machen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur Abklärung gehören ein ausführliches Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung und je nach Situation Ultraschall oder weitere Bildgebung. Ein unauffälliger Ultraschall schließt Endometriose nicht sicher aus. Eine Bauchspiegelung ist manchmal sinnvoll, aber nicht vor jeder Behandlung erforderlich. Notiere Zeitpunkt, Stärke und Alltagsfolgen der Schmerzen.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Es gibt keinen einheitlichen Verlauf und keine feste Krankheitsdauer. Beschwerden können über Jahre schwanken und nach einer Behandlung wiederkommen. Nach den Wechseljahren lassen sie häufig nach, jedoch nicht immer.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Schätzungsweise rund zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind weltweit betroffen. Beschwerden können schon im Jugendalter beginnen; genaue Häufigkeitszahlen bleiben unsicher.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Schmerzmittel, hormonelle Behandlungen und Operationen kommen je nach Beschwerden und Befund infrage. Kinderwunsch früh ansprechen: Manche Hormontherapien passen nicht zu einer aktuell gewünschten Schwangerschaft. Bei anhaltenden Problemen kann ein Endometriosezentrum unterstützen. Ergänzend können angepasste Bewegung, Physiotherapie und eine fachlich begleitete Schmerzbehandlung helfen. Ein Zykluskalender unterstützt das Gespräch, ersetzt aber keine Untersuchung.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Eine nachgewiesen wirksame Vorbeugung ist bisher nicht bekannt. Bei regelmäßig beeinträchtigenden Beschwerden früh Hilfe suchen. Für spezielle Diäten als verlässliche Behandlung gibt es bislang keine ausreichenden Belege.

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Bewegungsapparat

Gicht

Harnsäurekristalle können eine schmerzhafte Gelenkentzündung auslösen. Ein erhöhter Harnsäurewert allein ist noch keine Gichtdiagnose.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Ein erstmals stark geschwollenes, heißes Gelenk rasch ärztlich untersuchen lassen, besonders bei Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Eine bakterielle Gelenkinfektion muss gegebenenfalls zügig ausgeschlossen und behandelt werden.

Was ist das?

Gicht ist eine Erkrankung durch abgelagerte Harnsäurekristalle. Akute Anfälle betreffen häufig zunächst ein Gelenk. Wiederholte Entzündungen können langfristig Schäden verursachen.

Warum entsteht die Krankheit?

Häufig scheiden die Nieren zu wenig Harnsäure aus. Veranlagung, Nierenfunktion und bestimmte Medikamente spielen eine Rolle. Ernährung und Alkohol können Anfälle beeinflussen; Gicht lässt sich aber nicht auf „falsches Essen“ reduzieren.

Welche Beschwerden sind möglich?

Ein Gelenk wird innerhalb von Stunden sehr schmerzhaft, rot, heiß und geschwollen, oft das Großzehengrundgelenk. Auch andere Gelenke können betroffen sein. Ähnliche Beschwerden sind beispielsweise bei einer Gelenkinfektion möglich.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Untersuchung und Krankengeschichte geben Hinweise. Bei unklarem Befund kann Gelenkflüssigkeit auf Kristalle und Infektionszeichen untersucht werden. Der Harnsäurewert kann während eines Anfalls unauffällig sein; umgekehrt beweist ein hoher Wert allein keine Gicht.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Ein unbehandelter Anfall klingt häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Beschwerdefreie Monate oder Jahre sind möglich. Langfristig können wiederholte Anfälle, Gichtknoten, Gelenkschäden oder Nierensteine entstehen.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Schätzungsweise ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Männer erkranken häufiger; bei Frauen steigt das Risiko nach den Wechseljahren.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Ein akuter Anfall wird zeitnah mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Welche geeignet sind, hängt unter anderem von Nierenfunktion und anderen Medikamenten ab. Schon beim ersten Anfall besprechen, wie weitere verhindert werden können. Eine längerfristige Harnsäuresenkung kommt besonders bei beeinträchtigenden oder wiederholten Anfällen und Gichtknoten infrage. Ziele, Kontrollen und mögliche Nebenwirkungen gemeinsam besprechen; Medikamente nicht eigenständig absetzen oder umstellen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Alkohol reduzieren und persönliche Auslöser beobachten. Bei Übergewicht kann eine langsame Gewichtsabnahme helfen; striktes Fasten kann dagegen Anfälle begünstigen. Pauschale Verbote aller purinreichen pflanzlichen Lebensmittel sind nicht sinnvoll. Eine alltagstaugliche Ernährung unterstützt die Behandlung, ersetzt aber nicht immer eine nötige Harnsäuresenkung.

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Haut und Allergien

Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pflanzenpollen. Niesen, eine laufende Nase und juckende Augen treten passend zum Pollenflug auf.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Neu auftretenden Husten, Atemnot oder pfeifende Atmung ärztlich abklären lassen. Bei akuter schwerer Atemnot sofort 112 rufen. Manche Allergietabletten machen müde; vor dem Autofahren die Anwendungshinweise beachten.

Was ist das?

Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Pollen. Betroffen sind vor allem Nasenschleimhaut und häufig auch die Augen. Beschwerden durch Hausstaubmilben können ähnlich aussehen, bestehen aber oft unabhängig von einer Pollensaison.

Warum entsteht die Krankheit?

Eine familiäre Neigung kann das Risiko erhöhen. Beim Kontakt mit den auslösenden Pollen werden unter anderem Botenstoffe wie Histamin freigesetzt. Sie führen zu Juckreiz, Niesen und geschwollenen Schleimhäuten.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind Niesanfälle, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende, tränende Augen. Starke Beschwerden können müde machen und den Alltag beeinträchtigen. Husten oder pfeifende Atmung können auf eine Beteiligung der unteren Atemwege hinweisen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Hilfreich sind Angaben zu Jahreszeit, Aufenthaltsort und Auslösern. Eine ärztliche Untersuchung und gezielte Allergietests, etwa ein Prick-Test, prüfen den Verdacht. Gegebenenfalls folgen Blut- oder Provokationstests unter medizinischer Aufsicht.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Die Beschwerden folgen dem Flug der jeweiligen Pollen und können über mehrere Wochen oder Monate wiederkehren. Wetter und Region beeinflussen die Belastung. Die Allergie kann viele Jahre bestehen. Bei manchen Menschen entwickelt sich zusätzlich allergisches Asthma.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Heuschnupfen ist verbreitet. Häufig beginnen die Beschwerden bereits in Kindheit oder Jugend; auch ein späterer Beginn ist möglich.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays können Beschwerden lindern. Auswahl und Anwendung am besten ärztlich oder in der Apotheke klären. Eine spezifische Immuntherapie kann bei geeigneter Allergie längerfristig helfen; sie dauert meist mehrere Jahre und wirkt nicht bei allen gleich gut.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Pollenflugvorhersagen helfen, belastende Zeiten zu erkennen. Bei starkem Pollenflug können geschlossene Fenster und Haarewaschen vor dem Schlafen die Belastung verringern. Vollständig vermeiden lassen sich Pollen im Alltag kaum.

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Herz und Kreislauf

Koronare Herzkrankheit

Verengte Herzkranzgefäße können die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigen. Beschwerden und das Risiko für einen Herzinfarkt lassen sich behandeln.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Neue Brustschmerzen oder Brustenge, Beschwerden in Ruhe, plötzlich stärkere Beschwerden, kalter Schweiß oder ausgeprägte Atemnot können auf einen Herzinfarkt hinweisen: sofort 112, nicht selbst fahren. Das gilt auch bei bekannter KHK. Nicht abwarten, ob die Beschwerden von allein verschwinden.

Was ist das?

Bei einer koronaren Herzkrankheit bilden sich Ablagerungen in den Arterien, die den Herzmuskel versorgen. Vor allem bei Belastung kann dadurch zu wenig sauerstoffreiches Blut ankommen. Die Erkrankung kann auch zunächst ohne Beschwerden bestehen.

Warum entsteht die Krankheit?

Die Ablagerungen entstehen über Jahre. Rauchen, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und Diabetes begünstigen sie. Alter und erbliche Veranlagung spielen ebenfalls eine Rolle. Mehrere Risikofaktoren können sich gegenseitig verstärken.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind Druck, Enge oder Schmerzen in der Brust bei Anstrengung. Die Beschwerden können in Arme, Rücken, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen. Auch Luftnot, Übelkeit oder ungewöhnliche Schwäche sind möglich, manchmal ohne deutliche Brustschmerzen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur Abklärung gehören ein Gespräch, körperliche Untersuchung, Blutwerte und ein EKG. Je nach Beschwerden und Erkrankungswahrscheinlichkeit folgen beispielsweise Herzultraschall, eine CT-Untersuchung der Herzkranzgefäße oder andere Untersuchungen. Die Auswahl trifft die behandelnde Praxis oder Klinik.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Die chronische KHK kann lange stabil bleiben, aber auch fortschreiten. Ein plötzliches Gerinnsel kann einen Herzinfarkt verursachen. Selbst wenn Beschwerden nachlassen oder ein Gefäß behandelt wurde, bleiben langfristige Kontrollen und die Behandlung der Risikofaktoren wichtig.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Die KHK ist eine häufige Herzkrankheit. Sie tritt im höheren Lebensalter deutlich häufiger auf; Männer sind insgesamt häufiger betroffen als Frauen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Medikamente können Beschwerden lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen senken. In bestimmten Situationen kommen ein Stent oder eine Bypassoperation infrage. Angepasste Bewegung und eine Herzsportgruppe können den Alltag erleichtern. Belastbarkeit und einen persönlichen Notfallplan vorher ärztlich besprechen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Nicht rauchen, regelmäßig bewegen und Blutdruck, Blutfette sowie einen vorhandenen Diabetes behandeln lassen. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen diese Maßnahmen nicht; für Vitaminpräparate ist ein vorbeugender Schutz vor KHK nicht nachgewiesen.

Quellen und weiterführende Informationen

Quellen dieses Profils redaktionell geprüft:

Nerven und Psyche

Migräne

Wiederkehrende Kopfschmerzanfälle mit Übelkeit oder ausgeprägter Licht- und Geräuschempfindlichkeit können auf Migräne hinweisen. Die Beschwerden lassen sich behandeln.

Profil lesen Ursachen, Verlauf und Behandlung

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei schlagartig einsetzenden, ungewohnt heftigen Kopfschmerzen oder neuen plötzlichen Lähmungen oder Sprachstörungen sofort 112 rufen. Nicht auf Besserung warten oder die Zeichen eigenständig als Migräne beziehungsweise Aura abtun. Andere neue oder deutlich veränderte Kopfschmerzen ärztlich abklären lassen.

Was ist das?

Migräne ist eine Erkrankung mit wiederkehrenden Anfällen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Manche Menschen erleben zusätzlich eine Aura, beispielsweise vorübergehendes Flimmern oder Zickzacklinien im Sichtfeld.

Warum entsteht die Krankheit?

Die Entstehung ist nicht vollständig geklärt; die Verarbeitung von Schmerzsignalen spielt vermutlich eine Rolle. Schlafmangel, ausgelassene Mahlzeiten, hormonelle Schwankungen oder Stress können Anfälle begünstigen. Auslöser unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind mäßige bis starke, häufig einseitige und pulsierende Kopfschmerzen. Bewegung kann sie verstärken. Übelkeit, Erbrechen sowie Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen sind möglich. Nicht jeder Anfall enthält alle Merkmale.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Entscheidend sind das ärztliche Gespräch über Ablauf, Häufigkeit und Begleitsymptome sowie eine Untersuchung. Ein Kopfschmerztagebuch mit Medikamenteneinnahmen hilft dabei. Bildgebung ist vor allem bei unklaren oder auffälligen Befunden erforderlich.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Unbehandelte Anfälle dauern bei Erwachsenen meist 4 bis 72 Stunden. Häufigkeit und Stärke können sich im Lebensverlauf verändern. Bei einer chronischen Form bestehen über Monate sehr häufig Kopfschmerzen; diese benötigen einen abgestimmten Behandlungsplan.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Migräne ist häufig. Erwachsene Frauen sind öfter betroffen als Männer. Sie kann auch bei Kindern auftreten, deren Beschwerden teilweise anders aussehen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Während eines bekannten Anfalls können Ruhe und ein abgedunkelter Raum entlasten. Geeignete Schmerzmittel oder spezielle Migränemittel werden individuell ausgewählt. Häufige Einnahmen können selbst Kopfschmerzen fördern. Bei häufigen oder schweren Anfällen vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten, angepasste Bewegung und Entspannungsverfahren können helfen. Ein Tagebuch erleichtert die Suche nach persönlichen Auslösern. Pauschale Verbotslisten sind dafür wenig hilfreich.

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Haut und Allergien

Neurodermitis

Neurodermitis verursacht trockene, entzündete und oft stark juckende Haut. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben und ist nicht ansteckend.

Profil lesen Ursachen, Verlauf und Behandlung

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Rasch zunehmende Entzündungen, gelbliche Krusten oder Nässen ärztlich prüfen lassen. Neue, sich ausbreitende schmerzhafte Bläschen sofort ärztlich beurteilen lassen, auch ohne Fieber. Dahinter kann eine zusätzliche Hautinfektion stecken.

Was ist das?

Bei dieser chronischen Hauterkrankung ist die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt. Entzündungen und Juckreiz können Schlaf, Konzentration und Lebensqualität erheblich stören. Sichtbare Hautveränderungen sagen nichts über mangelnde Hygiene aus.

Warum entsteht die Krankheit?

Veranlagung, Hautbarriere und Immunreaktionen wirken zusammen. Reizstoffe, raue Kleidung, Hitze oder Kälte können Beschwerden verstärken. Allergien spielen bei einem Teil der Betroffenen eine Rolle; Neurodermitis ist aber nicht automatisch eine Lebensmittelallergie.

Welche Beschwerden sind möglich?

Die Haut ist trocken und juckt. Entzündete Stellen können gerötet sein, nässen, aufreißen oder sich verdicken. Welche Körperstellen betroffen sind, hängt auch vom Alter ab. Häufiges Kratzen kann die Haut zusätzlich verletzen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ärztlich werden Hautbild, Verlauf und andere mögliche Hautkrankheiten geprüft. Allergietests sind bei einem konkreten Verdacht sinnvoll. Ein positiver Test allein beweist noch nicht, dass ein bestimmtes Lebensmittel die Hautbeschwerden auslöst.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Beschwerdearme Zeiten wechseln mit Schüben unterschiedlicher Länge. Bei vielen Kindern bessert sich die Erkrankung mit dem Älterwerden. Sie kann aber bestehen bleiben oder später erneut auftreten. Eine feste Dauer oder sichere Heilung lässt sich nicht vorhersagen.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Neurodermitis ist bei Kindern häufig und beginnt oft früh. Auch Jugendliche und Erwachsene können betroffen sein.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Regelmäßige rückfettende Basispflege unterstützt die Haut. Entzündete Stellen benötigen häufig eine gezielte Behandlung, etwa mit ärztlich abgestimmten Kortisoncremes. Bei schweren Verläufen gibt es weitere Therapien. Pflege und Medikamente sollten zum Alter, Hautbereich und Schweregrad passen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Bekannte Reizstoffe möglichst meiden und die vereinbarte Hautpflege auch in ruhigen Phasen fortführen. Lebensmittel nicht pauschal streichen. Eine gezielte Auslassdiät gehört bei bestätigter Allergie fachlich begleitet, damit keine Nährstofflücken entstehen.

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Bewegungsapparat

Osteoporose

Bei Osteoporose sind Knochen weniger belastbar und brechen leichter. Entscheidend ist das gesamte Bruchrisiko, nicht allein der Messwert der Knochendichte.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Neue starke Rücken- oder Hüftschmerzen nach einem Sturz oder geringer Belastung zügig untersuchen lassen. Hinter Rückenschmerzen kann ein Wirbelbruch stecken. Bei plötzlich auftretenden Lähmungen oder Verdacht auf eine schwere Wirbelsäulenverletzung 112 rufen.

Was ist das?

Knochen werden lebenslang umgebaut. Bei Osteoporose gehen Knochensubstanz und Stabilität übermäßig verloren. Ein Bruch kann dann bereits nach einem vergleichsweise leichten Sturz oder bei einer Alltagsbelastung entstehen.

Warum entsteht die Krankheit?

Alter und hormonelle Veränderungen nach den Wechseljahren spielen eine wichtige Rolle. Weitere Risiken sind Untergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, bestimmte Erkrankungen und eine längerfristige Behandlung mit Kortison. Auch ein ausgeprägter Nährstoffmangel kann die Knochen schwächen.

Welche Beschwerden sind möglich?

Der Knochenabbau bleibt oft unbemerkt. Erste Hinweise können ein Knochenbruch, Größenverlust oder ein zunehmend runder Rücken sein. Wirbelbrüche verursachen manchmal Rückenschmerzen, können aber auch ohne erkennbare Beschwerden auftreten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Praxis erfragt frühere Brüche, Stürze, Erkrankungen und Medikamente. Eine DXA-Knochendichtemessung kann die Beurteilung ergänzen. Blutuntersuchungen helfen gegebenenfalls, andere Ursachen zu finden. Aus einem einzelnen Messwert lässt sich das persönliche Bruchrisiko nicht sicher ableiten.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Osteoporose entwickelt sich meist über Jahre und benötigt häufig langfristige Betreuung. Ein Knochenbruch ist keine zwangsläufige Folge. Behandlung und Sturzvorbeugung können das Risiko senken; bereits entstandene Brüche benötigen eine eigene Versorgung.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Mit höherem Alter wird Osteoporose häufiger. Frauen sind insbesondere nach den Wechseljahren häufiger betroffen, Männer können ebenfalls erkranken.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Angepasstes Kraft- und Gleichgewichtstraining unterstützt einen sicheren Alltag. Bei hohem Bruchrisiko kommen knochenschützende Medikamente infrage. Calcium möglichst über passende Lebensmittel zuführen. Ob zusätzlich Calcium oder Vitamin D nötig ist, hängt unter anderem von Versorgung und Behandlung ab und wird ärztlich geklärt.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Regelmäßig bewegen, nicht rauchen und Stolperfallen beseitigen. Sehprobleme und Medikamente, die Schwindel verursachen, überprüfen lassen. Bei bestehenden Brüchen das Training fachlich anpassen. Nahrungsergänzungsmittel sind keine pauschale Vorbeugung für alle.

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Verdauung

Refluxkrankheit

Wenn Mageninhalt häufig belastende Beschwerden oder Schäden an der Speiseröhre verursacht, spricht man von Refluxkrankheit. Gelegentliches Sodbrennen allein ist noch keine solche Diagnose.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Neue starke Brustschmerzen, besonders zusammen mit Atemnot oder kaltem Schweiß: sofort 112. Schluckbeschwerden, unbeabsichtigten Gewichtsverlust oder wiederholtes Erbrechen rasch ärztlich abklären lassen. Blutiges oder kaffeesatzartiges Erbrechen und teerschwarzen Stuhl sofort untersuchen lassen. Bei starker Blutung oder Kreislaufproblemen 112.

Was ist das?

Mageninhalt fließt in die Speiseröhre zurück und kann deren Schleimhaut reizen. Die Bezeichnung GERD steht für gastroösophageale Refluxkrankheit. Beschwerden können auch auftreten, ohne dass bei einer Magenspiegelung eine Entzündung sichtbar ist.

Warum entsteht die Krankheit?

Der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre funktioniert nicht ausreichend. Ein Zwerchfellbruch kann dazu beitragen. Große Mahlzeiten und erhöhter Druck im Bauch, etwa bei Übergewicht, können Reflux begünstigen. Welche Speisen Beschwerden verstärken, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Welche Beschwerden sind möglich?

Typisch sind Brennen hinter dem Brustbein und saures Aufstoßen, oft nach Mahlzeiten oder im Liegen. Husten oder Heiserkeit können vorkommen, haben aber viele andere mögliche Ursachen. Brustschmerzen dürfen deshalb nicht vorschnell dem Magen zugeschrieben werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Anfangs stehen Beschwerden und Verlauf im Mittelpunkt. Je nach Situation sind eine Magenspiegelung oder eine Messung des Rückflusses beziehungsweise der Säurebelastung nötig. Warnzeichen und ausbleibende Besserung erfordern eine erneute Prüfung der Ursache.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Die Beschwerden können wiederkehren oder langfristig bestehen. Eine Behandlung kann sie häufig lindern und Entzündungen abheilen lassen. Selten verändert sich die Schleimhaut dauerhaft; ob Kontrollen nötig sind, richtet sich nach dem Befund.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Sodbrennen und saures Aufstoßen sind bei Erwachsenen häufig. Die Häufigkeit dieser Symptome ist nicht gleichbedeutend mit der Häufigkeit einer nachgewiesenen Refluxkrankheit.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Kleinere Portionen, Abstand zwischen Abendessen und Hinlegen sowie ein erhöhter Oberkörper nachts können einen Versuch wert sein. Eigene Auslöser gezielt beobachten statt pauschal zahlreiche Lebensmittel streichen. Säurehemmende Medikamente können helfen; Auswahl und Behandlungsdauer mit der Praxis abstimmen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Ein Rauchstopp und bei Übergewicht eine behutsame Gewichtsabnahme können sinnvoll sein. Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Veränderungen der Ernährung helfen nicht allen Betroffenen gleichermaßen.

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Verdauung

Reizdarmsyndrom

Wiederkehrende Bauchschmerzen und veränderter Stuhlgang können zum Reizdarmsyndrom gehören. Die Beschwerden sind real und oft belastend; ähnliche Symptome müssen auf andere Ursachen geprüft werden.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Blut im Stuhl, Fieber oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust passen nicht zu einer unkomplizierten Reizdarm-Erklärung und gehören zeitnah ärztlich abgeklärt. Neue starke Bauchschmerzen oder Kreislaufprobleme brauchen sofortige Hilfe; bei möglicher Lebensgefahr 112.

Was ist das?

Beim Reizdarmsyndrom ist das Zusammenspiel zwischen Darm und Gehirn verändert. Darmbewegungen und Reizverarbeitung können empfindlicher reagieren. Es handelt sich nicht um eingebildete Beschwerden und auch nicht um dieselbe Erkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Warum entsteht die Krankheit?

Die Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Empfindliche Darmnerven, veränderte Bewegungsabläufe und vorausgegangene Darminfekte können beteiligt sein. Stress kann Beschwerden verstärken, ist aber keine pauschale Erklärung für jede anhaltende Verdauungsstörung.

Welche Beschwerden sind möglich?

Möglich sind Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Die Stuhlgewohnheiten können wechseln. Manche bemerken einen Zusammenhang mit Mahlzeiten oder dem Toilettengang. Aus einzelnen Symptomen lässt sich die Diagnose nicht zuverlässig ableiten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die ärztliche Abklärung berücksichtigt Dauer, Beschwerden und Beeinträchtigung im Alltag. Je nach Situation gehören Blut- und Stuhluntersuchungen, Ultraschall oder eine Darmspiegelung dazu. Beispielsweise müssen Zöliakie und chronisch entzündliche Darmerkrankungen bedacht werden. Nicht jede Untersuchung ist für jeden Menschen nötig.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Die Beschwerden bestehen häufig längerfristig und schwanken. Beschwerdearme Phasen oder deutliche Besserungen sind möglich. Das Reizdarmsyndrom selbst erhöht das Darmkrebsrisiko nicht. Neu auftretende Warnzeichen müssen trotzdem erneut untersucht werden.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Das Reizdarmsyndrom ist häufig. Wie viele Menschen betroffen sind, hängt stark von den verwendeten Diagnosekriterien ab; Frauen erhalten die Diagnose häufiger als Männer.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Hilfreich können ein zeitlich begrenztes Beschwerden- und Ernährungstagebuch, Bewegung sowie individuell ausgewählte Behandlungen sein. Medikamente richten sich nach dem führenden Symptom. Auch psychotherapeutische Verfahren können Beschwerden lindern. Eine Low-FODMAP-Ernährung kommt für manche infrage, mit Ernährungsfachkraft, begrenzter Auslassphase und anschließender Wiedereinführung verträglicher Lebensmittel.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Eine verlässliche Vorbeugung ist nicht bekannt. Im Alltag hilft es, persönliche Auslöser zu erkennen und die Ernährung möglichst abwechslungsreich zu halten. Dauerhafte pauschale Ausschlussdiäten können Nährstoffmängel begünstigen.

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Bewegungsapparat

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis verursacht anhaltende Gelenkentzündungen. Eine frühe Behandlung kann Schäden verhindern und hilft, die Beweglichkeit im Alltag zu erhalten.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Neue oder anhaltende Gelenkschwellungen früh untersuchen lassen. Ein plötzlich stark schmerzendes, heißes Gelenk oder Gelenkbeschwerden mit Fieber benötigen sofortige ärztliche Abklärung. Nicht jeden solchen Befund als Rheumaschub behandeln: Auch eine Gelenkinfektion ist möglich.

Was ist das?

Das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an, vor allem die Gelenkinnenhaut. Meist entzünden sich mehrere Gelenke. Die Erkrankung kann auch andere Organe betreffen. Rheuma ist ein Sammelbegriff; rheumatoide Arthritis ist eine bestimmte Erkrankung und nicht dasselbe wie Arthrose.

Warum entsteht die Krankheit?

Warum die Fehlreaktion des Immunsystems beginnt, ist nicht vollständig geklärt. Erbliche Faktoren und Umwelteinflüsse wirken zusammen. Rauchen erhöht das Erkrankungsrisiko und kann den Verlauf ungünstig beeinflussen.

Welche Beschwerden sind möglich?

Schmerzhafte, warme und geschwollene Gelenke, längere Morgensteifigkeit und Kraftverlust sind typische Hinweise. Häufig sind kleine Gelenke beider Hände oder Füße betroffen. Müdigkeit und starke Erschöpfung können hinzukommen, auch wenn äußerlich wenig zu sehen ist.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Verdacht ist eine rheumatologische Abklärung wichtig. Zur Untersuchung gehören Gelenkbefund, Blutwerte und gegebenenfalls Ultraschall oder Röntgen. Entzündungswerte und Antikörper unterstützen die Diagnose; einzelne Laborwerte allein reichen dafür nicht aus.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Die Erkrankung verläuft langfristig und oft in Schüben. Unbehandelt können bleibende Gelenkschäden entstehen. Moderne Therapien können die Entzündung stark zurückdrängen. Beschwerdearme Phasen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass die Krankheit geheilt ist.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Rheumatoide Arthritis betrifft Frauen häufiger als Männer. Sie beginnt häufig im mittleren oder höheren Erwachsenenalter, kann aber auch jüngere Menschen betreffen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Krankheitsmodifizierende Medikamente sollen die Entzündung bremsen und Gelenke schützen. Reine Schmerzmittel erfüllen diese Aufgabe nicht. Ergänzend helfen angepasste Bewegung, Physio- und Ergotherapie sowie praktische Greifhilfen. Bei Erschöpfung können planbare Pausen und eine passende Belastungsverteilung den Alltag erleichtern.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Nichtrauchen ist ein beeinflussbarer Schutzfaktor. Bei bestehender Erkrankung helfen regelmäßige Kontrollen, die Behandlung rechtzeitig anzupassen und Folgeschäden vorzubeugen.

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Stoffwechsel und Hormone

Unterfunktion der Schilddrüse

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann Müdigkeit, Frieren oder Verstopfung verursachen. Die Beschwerden allein beweisen sie nicht; für die Diagnose sind Blutuntersuchungen wichtig.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft eine bekannte Unterfunktion früh ansprechen, da sich der Hormonbedarf ändern kann. Hormontabletten nicht eigenmächtig absetzen oder erhöhen. Anhaltende Beschwerden trotz Behandlung brauchen eine erneute Abklärung, auch auf andere Ursachen.

Was ist das?

Die Schilddrüse bildet zu wenig Schilddrüsenhormone. Dadurch laufen verschiedene Körperfunktionen langsamer ab. Hashimoto-Thyreoiditis ist eine häufige Ursache, aber nicht mit jeder Unterfunktion gleichzusetzen. Auch nicht jede Hashimoto-Erkrankung führt sofort zu einem Hormonmangel.

Warum entsteht die Krankheit?

Mögliche Ursachen sind eine autoimmune Entzündung, eine Schilddrüsenoperation, Radiojodbehandlung, bestimmte Medikamente oder ausgeprägter Jodmangel. Seltener liegt eine angeborene Störung vor oder die übergeordnete Hormonsteuerung im Gehirn ist betroffen.

Welche Beschwerden sind möglich?

Möglich sind Antriebsmangel, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung, langsamer Puls und mäßige Gewichtszunahme. Auch Konzentration, Stimmung oder Menstruationszyklus können sich verändern. Viele dieser Beschwerden haben ebenso andere Ursachen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Praxis beurteilt Beschwerden, Vorgeschichte und Blutwerte, insbesondere TSH und freies T4. Bei Bedarf helfen Antikörpertests oder Ultraschall bei der Ursachensuche. Ein leicht erhöhtes TSH allein bedeutet nicht automatisch einen behandlungsbedürftigen Hormonmangel.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Je nach Ursache ist eine Unterfunktion vorübergehend oder dauerhaft. Bei Hashimoto oder nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist meist eine langfristige Hormonersatzbehandlung nötig. Bis die passende Einstellung erreicht ist, können mehrere Kontrollen erforderlich sein.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Die Störung kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern und tritt überwiegend im Erwachsenenalter auf. Auch Kinder können betroffen sein.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Fehlende Hormone werden bei behandlungsbedürftiger Unterfunktion meist durch Levothyroxin ersetzt. Dosis und Kontrollen legt die Praxis fest. Die Einnahme soll regelmäßig und entsprechend der vereinbarten Anleitung erfolgen. Lebensmittel und andere Präparate können die Aufnahme beeinflussen; Fragen dazu mit Praxis oder Apotheke klären.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Viele Ursachen lassen sich nicht verhindern. Eine ausreichende Jodversorgung schützt nur vor einer jodmangelbedingten Unterfunktion. Jod- oder Algenpräparate nicht eigenständig zur Behandlung einsetzen; zu viel Jod kann ebenfalls schaden.

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Herz und Kreislauf

Vorhofflimmern

Bei dieser Herzrhythmusstörung schlägt das Herz unregelmäßig und oft zu schnell. Wichtig sind die Behandlung der Beschwerden und der Schutz vor Schlaganfällen.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei plötzlich hängendem Mundwinkel, einseitiger Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen sofort 112 wählen, auch wenn die Zeichen wieder verschwinden. Starke Brustschmerzen, schwere Atemnot oder Bewusstlosigkeit sind ebenfalls Notfälle. Neu aufgetretenes anhaltendes Herzrasen oder ein deutlich unregelmäßiger Puls gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.

Was ist das?

Ungeordnete elektrische Signale lassen die Herzvorhöfe flimmern. Die Herzkammern pumpen weiter, aber häufig weniger wirksam. In den Vorhöfen können leichter Blutgerinnsel entstehen, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort ein Gefäß verschließen.

Warum entsteht die Krankheit?

Häufig bestehen zugleich Bluthochdruck oder andere Herzkrankheiten. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann dahinterstecken. Alter, familiäre Veranlagung, Diabetes, Schlafapnoe und hoher Alkoholkonsum beeinflussen das Risiko. Eine eindeutige Ursache lässt sich nicht immer finden.

Welche Beschwerden sind möglich?

Herzklopfen, Herzrasen, ein unregelmäßiger Puls, rasche Erschöpfung oder Schwindel können auftreten. Manche Menschen bemerken kaum etwas. Wie stark die Beschwerden sind, zeigt nicht zuverlässig, wie hoch ihr Schlaganfallrisiko ist.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ein EKG zeichnet die elektrische Herzaktivität auf und kann Vorhofflimmern nachweisen. Bei einzelnen Episoden ist manchmal eine längere Aufzeichnung nötig. Blutuntersuchungen und Herzultraschall helfen, Ursachen und Begleiterkrankungen zu erkennen.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Anfangs können kurze Episoden auftreten, später längere oder dauerhafte Phasen. Auch nach erfolgreicher Behandlung sind Rückfälle möglich. Ein vorübergehend normaler Rhythmus allein bedeutet nicht, dass kein Schutz vor Schlaganfällen mehr nötig ist.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Es betrifft überwiegend ältere Erwachsene und wird mit zunehmendem Alter häufiger.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Je nach Situation kommen Medikamente zur Puls- oder Rhythmuskontrolle, eine elektrische Kardioversion oder eine Katheterablation infrage. Ob Gerinnungshemmer nötig sind, wird anhand des persönlichen Schlaganfall- und Blutungsrisikos entschieden. Behandlung und Risiken regelmäßig neu besprechen; Gerinnungshemmer nicht eigenständig absetzen.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Begleiterkrankungen behandeln, wenig oder keinen Alkohol trinken und im passenden Umfang aktiv bleiben. Ein weitgehender Alkoholverzicht kann bei Betroffenen weitere Episoden verringern. Diese Maßnahmen bieten keinen vollständigen Schutz und ersetzen eine verordnete Behandlung nicht.

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Verdauung

Zöliakie

Eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt. Vor einer glutenfreien Ernährung sollte die Diagnose geklärt werden.

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Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Länger anhaltende Verdauungsprobleme, unbeabsichtigten Gewichtsverlust oder ungeklärten Eisenmangel ärztlich untersuchen lassen. Bei Zöliakie in der nahen Familie kann auch ohne Beschwerden eine Beratung sinnvoll sein. Eine Besserung durch Glutenverzicht allein beweist keine Zöliakie.

Was ist das?

Das Immunsystem reagiert auf Gluten aus bestimmten Getreiden. Dadurch entzündet sich der Dünndarm und nimmt Nährstoffe schlechter auf. Zöliakie ist etwas anderes als eine Weizenallergie oder eine Weizensensitivität ohne Zöliakie.

Warum entsteht die Krankheit?

Eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. Nahe Angehörige und Menschen mit bestimmten anderen Autoimmunerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko. Zöliakie ist nicht ansteckend.

Welche Beschwerden sind möglich?

Möglich sind Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder Verstopfung, aber auch Müdigkeit, Eisenmangel und Gewichtsverlust. Manche Betroffene haben kaum Beschwerden. Beschwerdefreiheit schließt eine Darmschädigung nicht aus.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Üblich sind spezifische Antikörpertests im Blut und die Bestimmung des Gesamt-IgA; bei Erwachsenen werden meist Dünndarm-Gewebeproben benötigt. Die Untersuchung muss unter ausreichender Glutenaufnahme erfolgen. Deshalb nicht auf Verdacht glutenfrei essen. Wer Gluten bereits meidet, bespricht das weitere Vorgehen mit der Praxis und beginnt keine eigenständige Glutenbelastung.

Wie verläuft die Krankheit und wie lange dauert sie?

Zöliakie bleibt lebenslang bestehen. Unter konsequent glutenfreier Ernährung erholt sich der Darm, aber das braucht Zeit. Beschwerden und Schleimhaut heilen nicht bei allen Menschen gleich schnell. Anhaltende Probleme benötigen eine Kontrolle.

Wie häufig kommt sie vor und wen betrifft sie?

In Deutschland ist ungefähr ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Erkrankung kann sich bei Kindern ebenso wie im Erwachsenenalter zeigen.

Wie wird behandelt und was kann im Alltag helfen?

Nach gesicherter Diagnose ist eine dauerhaft glutenfreie Ernährung die Grundlage. Eine qualifizierte Ernährungsberatung hilft bei Zutatenlisten, Lebensmittelauswahl und Zubereitung. Auch Reis, Kartoffeln, Gemüse und andere von Natur aus glutenfreie Lebensmittel ermöglichen abwechslungsreiche Mahlzeiten. Besprich nachgewiesene Mängel und nötige Kontrollen mit der Praxis; glutenfrei bedeutet nicht automatisch nährstoffreich.

Was ist zur Vorbeugung möglich?

Eine sichere Vorbeugung der Erkrankung gibt es nicht. Bei bestehender Zöliakie schützt die konsequente Ernährungsumstellung vor weiteren glutenbedingten Schäden. Ernährungsberatung und Verlaufskontrollen helfen, unbeabsichtigte Fehler zu erkennen.

Quellen und weiterführende Informationen

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Das Arztgespräch vorbereiten

Notiere, seit wann Beschwerden bestehen, wie sie sich verändern und was dir im Alltag auffällt. Bringe wichtige Vorbefunde und eine Liste deiner Medikamente mit. Dazu gehören auch frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Schreibe deine wichtigsten Fragen auf: Was spricht für die vermutete Ursache? Welche Untersuchung ist sinnvoll? Welchen Nutzen und welche Risiken hat eine Behandlung? Kläre auch, bei welchen Veränderungen du erneut oder sofort Hilfe suchen solltest.

Fragen für den Arztbesuch vorbereiten

Quellen zu den allgemeinen Hinweisen

Die Profile beschreiben ausgewählte Erkrankungen mit Schwerpunkt auf Erwachsenen. Sie ersetzen keine Untersuchung oder persönliche Behandlungsempfehlung. Die Angaben zu Beschwerden und Behandlung sind nicht ohne Weiteres auf Kinder oder besondere Situationen wie eine Schwangerschaft übertragbar.