Auch bezeichnet als: Biotin, Vitamin H
Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin und Cofaktor mehrerer Enzyme. Es wird häufig für Haut, Haare und Nägel beworben, obwohl entsprechende Beschwerden viele Ursachen haben können.
Namen und mögliche Verwechslungen
„Vitamin B8“ ist kein eindeutiger Stoffname. Damit ist häufig Inositol gemeint, das heute nicht zu den anerkannten essenziellen Vitaminen zählt. In den Niederlanden heißt dagegen Biotin auch B8; hier ist B7 gebräuchlich. Auf dem Etikett ist deshalb der ausgeschriebene Name entscheidend.
Vitamin H ist ein anderer Name für Biotin, das im deutschsprachigen Raum auch Vitamin B7 heißt. Es ist kein zusätzliches Vitamin. Für Biotin ist besonders wichtig: Präparate können bestimmte Laboruntersuchungen verfälschen. Vor einer Blutabnahme sollte die Praxis wissen, welches Produkt in welcher Menge eingenommen wird.
Aufgaben im Körper
Biotin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Erhaltung normaler Haut und Haare bei.
Mengen und Orientierung
EU-Kennzeichnungsreferenz: 50 µg pro Tag. Viele Produkte enthalten deutlich mehr; daraus lässt sich nicht automatisch ein größerer Nutzen ableiten.
Formen im Supplement
In Supplementen wird meist D-Biotin verwendet. Die Form ist weniger entscheidend als Anlass, Gesamtmenge und mögliche Laboreinflüsse.
Einnahme
Biotin kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden. Vor Blutuntersuchungen muss die Einnahme unbedingt angegeben werden.
Kombinationen
Biotin steckt häufig in Haar-Nagel-Produkten, B-Komplexen und Multivitaminen. Dadurch können unerwartet hohe Gesamtmengen entstehen.
Wechselwirkungen
Biotin kann bestimmte Labortests verfälschen und dadurch falsche Ergebnisse vortäuschen.
Verträglichkeit
Biotin wird oral meist gut vertragen. Das Fehlen typischer Nebenwirkungen schließt problematische Laborinterferenzen nicht aus.
Überdosierung
Eine klassische toxische Obergrenze ist nicht allgemein festgelegt. Hoch dosierte Einnahmen können jedoch medizinisch bedeutsame Laborwerte verfälschen.
Nicht unkritisch einnehmen
Haarausfall und brüchige Nägel sollten nicht automatisch als Biotinmangel behandelt werden. Eisenstatus, Schilddrüse, Hauterkrankungen und weitere Ursachen können relevant sein.
Labor und fachliche Abklärung
Vor einer Blutuntersuchung sollte die Einnahme dem Labor oder der behandelnden Praxis genannt werden. Ob eine Einnahmepause nötig ist, legt die behandelnde Stelle fest.
Lebensmittelquellen
Biotin findet sich unter anderem in Eiern, Nüssen, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Pilzen und Innereien.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- PubChem / HMDB: Myo-Inositol und die historische Bezeichnung Vitamin B8
- PubChem / PathBank: körpereigene Bildung und Stoffwechsel von Inositol
- Voedingscentrum: Biotin wird in den Niederlanden Vitamin B8 genannt
- BfR: Biotin, die Namen B7 und H sowie mögliche Verfälschung von Laborergebnissen
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
- EU-Verordnung 1169/2011: Kennzeichnungsreferenzwerte
- EFSA: Übersicht der tolerierbaren Obergrenzen
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Bezeichnungen und ergänzende Angaben geprüft: 07.10.2026
Redaktioneller Stand: 04.09.2026