Auch bezeichnet als: SAMe, Ademetionin
SAMe ist ein körpereigener Methylgruppendonator und in manchen Ländern Arzneistoff.
Aufgaben im Körper
SAMe überträgt Methylgruppen bei der Bildung und Veränderung zahlreicher körpereigener Stoffe, darunter Phospholipide und bestimmte Botenstoffe. Nach der Methylabgabe fließt es in den Methionin-Homocystein-Stoffwechsel ein.
Mengen und Orientierung
Eine ernährungsbezogene Referenzzufuhr und allgemeine Obergrenze gibt es nicht. S-Adenosyl-L-methionin-Disulfat-Tosylat wurde im EU-Konsultationsverfahren vom 20. Mai 2026 als neuartiges Lebensmittel eingestuft; daraus ergibt sich keine zugelassene Tagesmenge. Vor dem Inverkehrbringen sind eine gültige Zulassung und der aktuelle Eintrag in der EU-Unionsliste für genau diese Zubereitung zu prüfen. Andere SAMe-Salze oder Herstellungsformen müssen separat bewertet werden; klinische Studienmengen sind keine rechtliche Verwendungsbedingung oder persönliche Dosierungsempfehlung.
Formen im Supplement
Stabilisierte Tosylat- oder Butandisulfonatformen.
Einnahme
Magensaftresistente Tabletten sollten unzerkaut und nach ihrer Produktinformation eingenommen werden. Da SAMe als aktivierend empfunden werden kann, ist ein später Einnahmezeitpunkt bei Schlafproblemen eher ungünstig.
Kombinationen
5-HTP, Tryptophan, Johanniskraut und andere serotonerg ausgerichtete Produkte sollten nicht eigenständig ergänzt werden. Folat, Vitamin B12 oder Vitamin B6 machen eine solche Kombination nicht automatisch sicher.
Wechselwirkungen
Antidepressiva, MAO-Hemmer, Tramadol, Dextromethorphan und Linezolid können zusammen mit SAMe das Risiko einer Serotoninüberaktivität erhöhen. Bei bipolarer Erkrankung sind manische Umschläge möglich; auch eine Parkinsonmedikation verlangt neurologische Abstimmung.
Verträglichkeit
Häufiger störend sind Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Kopfschmerz, Angstgefühl oder Schlaflosigkeit. Ungewöhnlich gehobene Stimmung, stark verminderter Schlafbedarf oder impulsives Verhalten können Zeichen einer Hypomanie oder Manie sein.
Überdosierung
Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Zittern, Durchfall, Fieber oder Muskelzucken können auf eine gefährliche serotonerge Reaktion hindeuten. Solche Beschwerden sowie ein manischer Zustand erfordern rasche medizinische Hilfe.
Nicht unkritisch einnehmen
Bipolare Erkrankung, serotonerge Medikamente, Parkinsonmedikation, Schwangerschaft und Rechtsstatus erfordern Fachprüfung.
Labor und fachliche Abklärung
Ein SAMe-Spiegel ist keine etablierte Routinekontrolle. Je nach Anlass können Homocystein, Methionin, Vitamin B12, Folat oder Leberwerte sinnvoll sein; bei psychiatrischer Anwendung bleibt die strukturierte Beobachtung der Stimmung zentral.
Lebensmittelquellen
Der Körper bildet SAMe; keine übliche Lebensmittelquelle.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- NCCIH: SAMe, unsichere Wirksamkeitsbelege, bipolare Störungen und Wechselwirkungen
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 04.09.2026
Quellenhinweise ergänzt: 20.09.2026. Die Auswahl behandelt die jeweils genannte Frage und ist keine vollständige Bewertung aller Aussagen dieses Eintrags.