Auch bezeichnet als: Trimethylglycin, TMG
Betain dient als Methylgruppendonator und Osmolyt; Betain-HCl ist ein anderes Produktkonzept.
Aufgaben im Körper
Betain überträgt vor allem in Leber und Niere eine Methylgruppe auf Homocystein, wobei Methionin entsteht. Zusätzlich hilft es Zellen, ihren Wasser- und Teilchenhaushalt unter wechselnden Bedingungen zu stabilisieren.
Mengen und Orientierung
Für ergänzendes Betain existieren weder eine Referenzzufuhr noch ein allgemeiner UL. Die EFSA betrachtete in ihrer Novel-Food-Bewertung zusätzlich zur normalen Ernährung bis zu 6 mg pro kg Körpergewicht und Tag als sicher. Supplemente im Grammbereich können diesen sicherheitsbezogenen Wert überschreiten; Studienmengen von 1,5 bis 6 g täglich sind daher weder Sicherheitsorientierung noch persönliche Empfehlung.
Formen im Supplement
Trimethylglycin und Betainhydrochlorid.
Einnahme
Größere Trimethylglycinmengen werden verteilt und zu Mahlzeiten oft besser vertragen. Auf dem Etikett sollte erkennbar sein, wie viel reines Betain die Tagesportion liefert; ein säurehaltiges Betain-HCl-Produkt folgt anderen Sicherheitsüberlegungen.
Kombinationen
Folat, Vitamin B12, Vitamin B6, Cholin und Betain greifen an verschiedenen Stellen des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels an. Ihre Kombination ersetzt weder die Abklärung eines Mangels noch belegt sie einen zusätzlichen Nutzen.
Wechselwirkungen
Betain-HCl kann bei Protonenpumpenhemmern, H2-Blockern oder säurebedingten Magenbeschwerden dem Behandlungsziel entgegenstehen; das betrifft nicht automatisch Trimethylglycin. Dessen mögliche Wirkungen auf Methionin und Blutfette sind bei Homocystinurie oder lipidsenkender Therapie medizinisch zu berücksichtigen.
Verträglichkeit
Trimethylglycin kann Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall und gelegentlich einen auffällig fischigen Körpergeruch verursachen. Betain-HCl kann zusätzlich Brennen, Sodbrennen oder eine Schleimhautreizung auslösen.
Überdosierung
Hohe Mengen können schwere Magen-Darm-Beschwerden und Flüssigkeitsverlust verursachen. Bei medizinischer Betaintherapie einer Homocystinurie kann stark erhöhtes Methionin gefährlich werden, weshalb solche Dosen nicht in die Selbstanwendung gehören.
Nicht unkritisch einnehmen
Betain-HCl bei Reflux, Gastritis oder säurehemmenden Medikamenten nicht unkritisch verwenden; Blutfette und Geruch beachten.
Labor und fachliche Abklärung
Betain kann Homocystein senken und zugleich Methionin, LDL-Cholesterin oder Triglyceride verändern. Bei gezielter medizinischer Anwendung sind diese Werte aussagekräftiger als ein routinemäßig nicht benötigter Betainspiegel.
Lebensmittelquellen
Rote Bete, Spinat, Vollkorn und Meeresfrüchte.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
- EFSA: Sicherheitsbewertung von Betain als Novel Food
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 04.09.2026