Auch bezeichnet als: Lactotransferrin
Lactoferrin ist ein eisenbindendes Protein aus Milch und anderen Körpersekreten.
Aufgaben im Körper
Lactoferrin bindet Eisen und kommt natürlicherweise in Sekreten und Milch vor. Ein orales Präparat ist dennoch weder mit Muttermilch gleichzusetzen noch ein automatischer Ersatz für eine diagnostizierte Eisenbehandlung.
Mengen und Orientierung
Für Lactoferrin existieren weder ein NRV noch ein allgemeiner UL. Für das in der EU-Unionsliste spezifizierte bovine Lactoferrin gilt in Nahrungsergänzungsmitteln jedoch eine Höchstverwendungsmenge von 300 mg täglich; die Kennzeichnung muss es als Lactoferrin aus Kuhmilch bezeichnen. Diese rechtliche Bedingung gilt nur für die spezifizierte Novel-Food-Zubereitung und ist keine Zielzufuhr.
Formen im Supplement
Bovines Lactoferrin, teilweise eisenarm oder eisenbeladen.
Einnahme
Bei Kuhmilcheiweißallergie ist bovines Lactoferrin ungeeignet. Säuglinge, Schwangere und Personen mit Störungen des Eisenstoffwechsels sollten konzentrierte Produkte nur nach einer passenden fachlichen Beurteilung verwenden.
Kombinationen
Eisen, Kolostrum, Immunglobuline oder Probiotika können zusätzlich enthalten sein. Solche Mischungen dürfen nicht anhand eines einzigen Lactoferrinbefunds bewertet werden, weil Eisenmenge, Allergene und Mikroorganismen eigene Risiken haben.
Wechselwirkungen
Allgemein belastbare Interaktionsdaten fehlen. Bei verordnetem Eisen, Antibiotika oder Arzneimitteln mit engem Einnahmefenster sollte geprüft werden, ob Proteinmatrix, Mineralstoffanteil oder weitere Produktzutaten einen Abstand erfordern.
Verträglichkeit
Magenbeschwerden, veränderter Stuhl und allergische Reaktionen auf Milchprotein sind möglich. Produktreinheit und mikrobielle Qualität sind besonders bei tierisch gewonnenen Präparaten relevant.
Überdosierung
Eine langfristig sichere Höchstmenge ist nicht etabliert. Hoch konzentrierte Mengen sind nicht automatisch besser verträglich und können die Belastung durch Protein, gebundenes Eisen oder Verunreinigungen erhöhen.
Nicht unkritisch einnehmen
Milcheiweißallergie, Eisenstoffwechsel, Schwangerschaft und Produktreinheit prüfen.
Labor und fachliche Abklärung
Ferritin, Transferrinsättigung und Hämoglobin beantworten Fragen zum Eisenstatus, nicht zu einem Lactoferrinbedarf. Auffällige Eisenwerte gehören ursachenbezogen abgeklärt und dürfen nicht allein mit diesem Produkt behandelt werden.
Lebensmittelquellen
Kolostrum und Milch enthalten Lactoferrin, Kuhmilch nur in kleinen Mengen.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- Humanstudie (2001): Verdauung von Lactoferrin im Magen; beschreibt das Verhalten des Proteins, nicht den klinischen Nutzen eines Präparats.
- ELFIN-Studie (2018): kein nachgewiesener Schutz vor späten Infektionen durch bovines Lactoferrin bei sehr früh geborenen Kindern; eine spezielle klinische Anwendung, keine Aussage für jedes andere Einsatzgebiet.
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 04.09.2026
Quellenhinweise ergänzt: 20.09.2026. Die Auswahl behandelt die jeweils genannte Frage und ist keine vollständige Bewertung aller Aussagen dieses Eintrags.