Auch bezeichnet als: Chlorophyll a und b, Chlorophyllin
Natürliches Chlorophyll und wasserlösliches Chlorophyllin sind unterschiedliche Stoffe.
Aufgaben im Körper
Natürliches Chlorophyll a und b sind fettlösliche Pflanzenpigmente; wasserlösliches Kupferchlorophyllin ist chemisch verändert. Keiner dieser Stoffe transportiert im Menschen Sauerstoff wie Hämoglobin oder ersetzt dessen Bildung.
Mengen und Orientierung
Chlorophyll, Chlorophyllin und Kupferchlorophyllin müssen einzeln benannt und quantifiziert werden. Bei Kupferkomplexen ist auch die tatsächliche Kupferzufuhr relevant; grüne Farbe allein zeigt keine Reinheit.
Formen im Supplement
Algen- und Pflanzenpulver, Chlorophyllöle und Kupferchlorophyllin.
Einnahme
Flüssige Konzentrate können Zähne, Zunge und Kleidung stark färben und sollten nach Herstellerangabe verdünnt werden. Eine Mahlzeit kann Magenbeschwerden verringern, verändert aber keine angebliche Entgiftungsleistung.
Kombinationen
Grünpulver, Chlorella und Multimineralien können zusätzlich Chlorophyll, Kupfer oder Vitamin K liefern. Der Nutzen einer „Detox“-Mischung lässt sich nicht aus der Summe grüner Farbstoffe ableiten.
Wechselwirkungen
Für gereinigtes Chlorophyll oder Chlorophyllin sind klinisch relevante Arzneimittelwechselwirkungen nicht etabliert. Bei Morbus Wilson sind der tatsächlich bioverfügbare Kupfergehalt und die Produktspezifikation fachlich zu prüfen; Vitamin K ist nur bei entsprechendem Pflanzenanteil relevant.
Verträglichkeit
Grüne Verfärbung von Zunge, Stuhl oder Urin sowie Durchfall und Bauchkrämpfe können auftreten. Photosensibilisierung hängt von konkreten porphyrinähnlichen Abbauprodukten oder Verunreinigungen ab und darf nicht jedem Kupferchlorophyllin-Produkt zugeschrieben werden.
Überdosierung
Übermäßig viel Chlorophyllprodukt kann den Magen-Darm-Trakt belasten und bei kupferhaltigen Formen eine unerwünschte Kupferzufuhr verursachen. Die Intensität der Grünfärbung ist kein sicherer Maßstab für die aufgenommene Menge.
Nicht unkritisch einnehmen
Kupfergehalt, Verfärbungen, Magen-Darm-Verträglichkeit und unklare Detoxversprechen prüfen.
Labor und fachliche Abklärung
Ein Chlorophyllspiegel oder „Entgiftungswert“ ist klinisch nicht etabliert. Bei hoher Kupferexposition und passender Erkrankung werden Kupferstoffwechsel und Leberfunktion gezielt ärztlich untersucht.
Lebensmittelquellen
Grünes Blattgemüse, Kräuter und Algen.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- Humanstudie (2001): Chlorophyllin bei hoher Aflatoxinbelastung und ein Expositionsmarker. Untersucht wurde ein Chlorophyllderivat, keine allgemeine „Entgiftung“ durch Chlorophyll.
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 04.09.2026
Quellenhinweise ergänzt: 20.09.2026. Die Auswahl behandelt die jeweils genannte Frage und ist keine vollständige Bewertung aller Aussagen dieses Eintrags.