„Gut untersucht“ bedeutet nicht automatisch, dass eine zusätzliche Einnahme nützt. Die bekannte Funktion im Körper, eine bestimmte medizinische Anwendung und der Nutzen eines frei verkauften Präparats sind getrennte Fragen.
Auch bezeichnet als: Glycin, Aminoessigsäure
Glycin ist eine nicht essenzielle Aminosäure und Bestandteil unter anderem von Kollagen.
Namen und mögliche Verwechslungen
Glycin besitzt kein chirales Zentrum. Anders als bei vielen anderen Aminosäuren gibt es deshalb keine getrennte L- und D-Form. Die gelegentliche Aufschrift „L-Glycin“ beschreibt keine besondere, besser verfügbare Variante. Der eindeutige Stoffname lautet Glycin.
Aufgaben im Körper
Glycin wird in Proteine eingebaut, ist besonders reichlich in Kollagen vertreten und dient als Ausgangsstoff mehrerer körpereigener Verbindungen. Der Organismus kann Glycin auch selbst bilden.
Mengen und Orientierung
Für Glycin als Einzelstoff gibt es keinen EU-NRV. Bei Pulvern und Schlafmischungen sollte die Glycinmenge getrennt von Kollagen, Gelatine und weiteren beruhigenden Zutaten erkennbar sein.
Formen im Supplement
Glycin wird als Pulver oder in Kapseln angeboten; außerdem ist es Bestandteil von Kollagen. Eine besondere L-Glycin-Form gibt es nicht, da Glycin kein chirales Zentrum besitzt.
Einnahme
Ein fester Einnahmezeitpunkt lässt sich nicht für alle Verwendungszwecke ableiten. Wer Glycin erstmals nutzt, sollte die persönliche Müdigkeit und Magenverträglichkeit berücksichtigen.
Kombinationen
Kollagenpeptide und Gelatine liefern bereits viel Glycin. Schlafprodukte können zusätzlich Magnesium, GABA, Melatonin oder Pflanzenstoffe enthalten, deren Wirkung nicht Glycin zugerechnet werden darf.
Wechselwirkungen
Belastbare allgemeine Wechselwirkungsdaten für isoliertes Glycin sind begrenzt. Bei sedierenden Arzneimitteln sowie relevanten Nieren- oder Lebererkrankungen sollte das konkrete Produkt geprüft werden.
Verträglichkeit
Übelkeit, weicher Stuhl, Bauchbeschwerden oder Müdigkeit sind möglich. Süße oder aromatisierte Pulver können weitere Auslöser enthalten.
Überdosierung
Eine allgemein anerkannte Obergrenze für dauerhaft hohe Glycinmengen existiert nicht. Große Portionen erhöhen die Aminosäure- und Stickstoffzufuhr, ohne damit automatisch besser zu wirken.
Nicht unkritisch einnehmen
Sedierende Kombinationen und hohe Mengen bei Nieren- oder Lebererkrankungen vorher prüfen.
Labor und fachliche Abklärung
Glycin im Blut wird nur bei besonderen Stoffwechselstörungen untersucht. Schlafqualität, Gelenkbeschwerden oder Hautveränderungen lassen sich daraus nicht routinemäßig erklären.
Lebensmittelquellen
Gelatine, kollagenreiches Gewebe, Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- EMBL-EBI ChEBI: Glycin ist eine achirale Aminosäure
- VKM, norwegische Risikobewertung: Glycin in Ergänzungsmitteln; bewertet bestimmte Mengen und Personengruppen, keinen allgemeinen Zusatznutzen oder eine deutsche Höchstmenge.
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Bezeichnungen und ergänzende Angaben geprüft: 07.10.2026
Redaktioneller Stand: 04.09.2026
Quellenhinweise ergänzt: 20.09.2026. Die Auswahl behandelt die jeweils genannte Frage und ist keine vollständige Bewertung aller Aussagen dieses Eintrags.