Auch bezeichnet als: Salix, Salicin
Weidenrindenextrakte enthalten Salicinverbindungen und sind pharmakologisch relevant.
Aufgaben im Körper
Salicinverbindungen aus Weidenrinde werden im Körper zu salicylatähnlichen Stoffen umgebaut. Wirkungseintritt und Zusammensetzung sind variabler als bei einem definierten Arzneistoff; Weidenrinde ist deshalb nicht einfach „natürliches Aspirin“.
Mengen und Orientierung
Für standardisierte Produkte zählt die ausgewiesene Gesamtmenge an Salicinderivaten. Das Gewicht gemahlener Rinde kann ohne geprüften Wirkstoffgehalt nicht in eine verlässliche Salicylatdosis umgerechnet werden.
Formen im Supplement
Rindenpulver und salicinstandardisierte Extrakte.
Einnahme
Die Anwendung sollte kurzzeitig und nach der konkreten Produktinformation erfolgen. Weidenrinde ist unter 18 Jahren kontraindiziert; dies gilt ebenso bei Salicylat- oder NSAR-Überempfindlichkeit, salicylatbedingtem Asthma, aktivem peptischem Ulkus, schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung, Gerinnungsstörung oder G6PD-Mangel.
Kombinationen
Acetylsalicylsäure, andere NSAR und weitere salicylathaltige Pflanzenprodukte sollten nicht unkontrolliert addiert werden. Eine gemeinsame Einnahme schafft keinen zuverlässig stärkeren Nutzen, wohl aber mehr Blutungs- und Magenrisiko.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien, Thrombozytenhemmer, Kortikosteroide, bestimmte Antidepressiva und Methotrexat können mit salicylatähnlicher Exposition problematisch sein. Vor Operationen muss Weidenrinde ebenso genannt werden wie ein Schmerzmittel.
Verträglichkeit
Magenreizungen, Übelkeit, Sodbrennen, Hautausschlag oder allergisch ausgelöste Atembeschwerden sind möglich. Ohrgeräusche, schnelle Atmung und starkes Erbrechen können bereits auf eine relevante Salicylatbelastung hindeuten.
Überdosierung
Eine deutliche Überdosierung kann ein Salicylatsyndrom mit Tinnitus, Schwindel, Erbrechen, Verwirrtheit und Störungen des Säure-Basen-Haushalts verursachen. Solche Vergiftungszeichen erfordern sofortige medizinische oder toxikologische Hilfe. Im dritten Schwangerschaftsdrittel ist Weidenrinde kontraindiziert; zuvor und in der Stillzeit gehört sie nicht in eine Anwendung ohne ärztliche Vorgabe.
Nicht unkritisch einnehmen
Für die von der EMA bewerteten Weidenrinden-Arzneizubereitungen gilt: unter 18 Jahren sowie im dritten Schwangerschaftsdrittel nicht anwenden. Ebenfalls nicht bei Salicylat- oder NSAR-Überempfindlichkeit, salicylatbedingtem Asthma, aktivem Magengeschwür, schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung, Gerinnungsstörung oder G6PD-Mangel. In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln und während der Stillzeit wird die Anwendung mangels ausreichender Daten nicht empfohlen.
Labor und fachliche Abklärung
Bei Blutungszeichen können Blutbild, Gerinnung und gegebenenfalls Nierenfunktion notwendig sein. Ein Salicylatspiegel ist eine ärztliche Akutuntersuchung bei Vergiftungsverdacht, kein Routinewert zur Supplementsteuerung.
Lebensmittelquellen
Keine Lebensmittelquelle.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
- EMA: Monographie und Bewertung zu Weidenrinde
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 04.09.2026