Auch bezeichnet als: Folat, Folsäure, 5-MTHF, Methylfolat
Folat ist der Oberbegriff für natürlich vorkommende und zugesetzte Folatverbindungen. Folsäure ist die klassische synthetische Form.
Namen und mögliche Verwechslungen
In den Niederlanden ist B11 eine gebräuchliche Bezeichnung im Zusammenhang mit Folat und Folsäure. Gemeint ist kein zusätzliches Vitamin neben B9. Folat bezeichnet die Vitaminverbindungen insgesamt; Folsäure ist eine bestimmte synthetische Form, die häufig in Präparaten und angereicherten Lebensmitteln vorkommt.
Aufgaben im Körper
Folat trägt zur normalen Blutbildung, Zellteilung, Aminosäuresynthese und Funktion des Immunsystems bei. In der Schwangerschaft trägt es zum Wachstum des mütterlichen Gewebes bei.
Mengen und Orientierung
EU-Kennzeichnungsreferenz: 200 µg pro Tag. Bei Kinderwunsch werden 400 µg synthetische Folsäure oder eine äquivalente Dosis anderer Folate täglich ab mindestens vier Wochen vor der Empfängnis bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels empfohlen. Beginnt die Supplementation erst kurz vor oder nach der Empfängnis, lautet die deutsche Empfehlung 800 µg Folsäure täglich. Die tolerierbare Obergrenze für Erwachsene einschließlich Schwangerschaft und Stillzeit beträgt 1.000 µg täglich für die kombinierte Zufuhr aus zugesetzter Folsäure und zugelassenen 5-MTHF-Salzen unter ihren zugelassenen Verwendungsbedingungen; natürliches Folat aus Lebensmitteln ist davon ausgenommen.
Formen im Supplement
Verwendet werden Folsäure, Calcium-L-Methylfolat und weitere Folatformen. Unterschiedliche Formen haben eigene Stabilitäts- und Umwandlungseigenschaften.
Einnahme
Die regelmäßige Einnahme ist wichtiger als eine bestimmte Tageszeit. Bei Kinderwunsch sollte die passende Menge rechtzeitig fachlich geklärt werden.
Kombinationen
Vitamin B12 sollte bei längerfristiger oder höherer Folsäurezufuhr mitberücksichtigt werden. Beide Stoffe greifen in Blutbildung und Homocysteinstoffwechsel ein.
Wechselwirkungen
Folat kann mit bestimmten Antiepileptika, Methotrexat und weiteren Arzneimitteln zusammenwirken. Die Bedeutung hängt stark von Indikation und Dosis ab.
Verträglichkeit
Übliche Mengen werden meist gut vertragen. Beschwerden sind selten und unspezifisch.
Überdosierung
Hohe Mengen Folsäure können Zeichen eines Vitamin-B12-Mangels teilweise überdecken, während neurologische Schäden fortschreiten können.
Nicht unkritisch einnehmen
Eine hoch dosierte Langzeiteinnahme ohne Kenntnis des B12-Status ist nicht sinnvoll. Bei Kinderwunsch gelten dagegen gezielte Empfehlungen, die frühzeitig besprochen werden sollten.
Labor und fachliche Abklärung
Serumfolat reagiert auf die jüngere Zufuhr, Erythrozytenfolat bildet eher die längerfristige Versorgung ab. Vitamin B12 und Blutbild gehören oft zur gemeinsamen Einordnung.
Lebensmittelquellen
Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Zitrusfrüchte und Leber liefern Folat. Folat ist empfindlich gegenüber Lagerung und langem Erhitzen.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- Voedingscentrum: Folsäure und die niederländische Bezeichnung Vitamin B11
- DGE: Folat, Folsäure und Referenzwerte
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
- EU-Verordnung 1169/2011: Kennzeichnungsreferenzwerte
- EFSA: Übersicht der tolerierbaren Obergrenzen
- EFSA: tolerierbare Obergrenze für Folatverbindungen
- DGE: Folsäure und Jod in der Schwangerschaft
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Bezeichnungen und ergänzende Angaben geprüft: 07.10.2026
Redaktioneller Stand: 04.09.2026