Auch bezeichnet als: Camellia sinensis, EGCG-Extrakt
Grünteeextrakte können Catechine und Koffein stark konzentrieren.
Aufgaben im Körper
Grüntee-Extrakt bündelt Pflanzenstoffe aus Camellia sinensis, darunter Catechine wie Epigallocatechingallat, kurz EGCG. Je nach Produkt enthält er auch Koffein. Studien zeigen allenfalls kleine Effekte auf Körpergewicht und LDL-Cholesterin. Daraus lässt sich kein verlässlicher Abnehmerfolg ableiten. Ein Extrakt ersetzt keine erforderliche Behandlung erhöhter Blutfette. Die Ergebnisse zu einzelnen Zubereitungen lassen sich nicht auf jedes Produkt übertragen.
Mengen und Orientierung
Für die von der EU-Regelung erfassten EGCG-haltigen Grüntee-Extrakte muss die empfohlene Tagesportion weniger als 800 mg EGCG enthalten. Diese rechtliche Beschränkung ist keine sichere Einnahmeempfehlung: Die EFSA konnte keine allgemein unbedenkliche EGCG-Menge aus Extrakten bestimmen. Auch darunter sind schädliche Wirkungen möglich.
Es gibt keinen täglichen Bedarf an Grüntee-Extrakt und keine allgemein empfehlenswerte Kapseldosis. Die Warnhinweise zu nüchterner Einnahme, weiteren Grünteeprodukten und ausgeschlossenen Personengruppen gelten unabhängig davon, ob Beschwerden auftreten.
Formen im Supplement
Prüfe auf dem Etikett die Extraktmenge, das darin enthaltene EGCG und den Koffeingehalt getrennt. Die Milligrammzahl des Extrakts ist nicht die EGCG-Menge.
Rechenbeispiel: 400 mg Extrakt mit ausdrücklich angegebenen 50 % EGCG enthalten 200 mg EGCG. Das ist eine Rechenhilfe, keine Einnahmeempfehlung. Steht dort stattdessen „50 % Polyphenole“ oder „50 % Catechine“, lässt sich die EGCG-Menge daraus nicht berechnen. Achte darauf, ob die Angaben für eine Kapsel oder die gesamte Tagesportion gelten.
Einnahme
Nicht auf nüchternen Magen einnehmen: Studien zeigen dann eine höhere EGCG-Aufnahme als zusammen mit Nahrung. Eine Mahlzeit macht den Extrakt trotzdem nicht risikofrei. Die verpflichtenden Verzehrhinweise gelten auch bei subjektiv guter Verträglichkeit.
Bei Oberbauchschmerz, ungewöhnlicher Müdigkeit, dunklem Urin oder Gelbfärbung von Haut oder Augen die Einnahme sofort beenden und medizinisch abklären lassen. Bei einer Lebererkrankung keinen Extrakt eigenständig beginnen.
Kombinationen
Koffein aus Kaffee, Guarana, Mate, Energydrinks oder Trainingspräparaten zählt zur Gesamtmenge dazu. Ein koffeinhaltiger Extrakt kann dadurch Unruhe und Schlafprobleme verstärken. „Entkoffeiniert“ beseitigt die EGCG-bedingten Risiken nicht. Weitere Grünteeprodukte am selben Tag sind bei den von der EU-Regelung erfassten Extrakten zu vermeiden.
Wechselwirkungen
Grüner Tee beziehungsweise bestimmte Extrakte können die Aufnahme und Wirkung von Arzneimitteln verändern. Dokumentierte Beispiele sind Nadolol, Atorvastatin und Raloxifen. Die Befunde betreffen unterschiedliche Zubereitungen und sind keine vollständige Wechselwirkungsliste. Bei regelmäßigen Medikamenten sollte Arztpraxis oder Apotheke das konkrete Präparat vor der Einnahme prüfen. Medikamente nicht eigenständig absetzen oder anders dosieren.
Verträglichkeit
Übelkeit, Bauchschmerz, Schlaflosigkeit, Herzklopfen und Kopfschmerz sind möglich. Dunkler Urin, Gelbsucht oder ungewöhnliche Müdigkeit sind Warnzeichen einer möglichen Leberschädigung.
Überdosierung
Eine allgemein sichere EGCG-Dosis aus Grüntee-Extrakten ist nicht bekannt. Auch eine Menge unterhalb der gesetzlichen Beschränkung garantiert keine Verträglichkeit. Mehr Kapseln bedeuten mehr EGCG und gegebenenfalls mehr Koffein. Zusätzliche Portionen oder andere Grünteeprodukte am selben Tag können die Gesamtbelastung erhöhen.
Nicht unkritisch einnehmen
Für die von der EU-Regelung erfassten EGCG-haltigen Grünteeextrakte muss die empfohlene Tagesportion weniger als 800 mg EGCG enthalten. Vorgeschriebene Warnhinweise lauten sinngemäß: nicht am selben Tag mit anderen Grüntee-Produkten, nicht in Schwangerschaft oder Stillzeit, nicht unter 18 Jahren und nicht auf nüchternen Magen verzehren. EGCG-Menge und maximale Tagesportionen müssen angegeben sein.
Labor und fachliche Abklärung
Ein Grünteeextraktbedarf existiert nicht. Bei Symptomen sind Leberwerte ärztlich zu bestimmen; Ferritin oder Blutbild können bei Eisenmangelverdacht relevant sein, aber keine Extrakteinnahme begründen.
Lebensmittelquellen
Aufgebrühter grüner Tee liefert ebenfalls Catechine und meist Koffein. Die Mengen hängen unter anderem von Teesorte, Zubereitung und Trinkmenge ab. Traditionelle Teeaufgüsse bewertet die EFSA bei üblichen Verzehrsmengen im Allgemeinen als sicher. Diese Bewertung lässt sich nicht auf konzentrierte Kapseln oder Tabletten übertragen.
Quellen und ihr Bezug: Die Linktexte nennen, welche Frage die jeweilige Quelle behandelt. Ergebnisse zu bestimmten Zubereitungen oder Personengruppen gelten nicht automatisch für andere Produkte. Allgemeine Behördeninformationen erklären den Rahmen und belegen keine konkrete Wirkung.
- NCCIH: Grüntee, begrenzte Nutzennachweise und bekannte Arzneimittelwechselwirkungen
- EFSA: Originalgutachten zur Sicherheit von Grüntee-Catechinen; keine allgemein sichere Extraktdosis und Einfluss nüchterner Einnahme
- EU-Verordnung 2022/2340: Beschränkung von EGCG-haltigen Grüntee-Extrakten und vorgeschriebene Warnhinweise
- NCCIH: Grüntee-Extrakte, Lebererkrankungen und Warnzeichen einer möglichen Leberschädigung
- BfR: Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln
- BVL: Nahrungsergänzungsmittel
- EU-Richtlinie 2002/46/EG
- EU-Verordnung 2022/2340: EGCG-Höchstmenge und Warnhinweise
- EFSA: Sicherheit von Catechinen aus grünem Tee
Markenhinweis: Dieser Lexikoneintrag beschreibt Stoffe und ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Markenprodukt. Vitale Säulen ist im getrennten, als Werbung gekennzeichneten Bereich „Vitalstoffe“ Natura-Vitalis-Vertriebspartner. Rechte an genannten Marken liegen bei ihren Inhabern.
Redaktioneller Stand: 10.10.2026